Blau in allen Farben

Helgoland, der Fels in der Brandung

Grün ist das Land, Rot ist die Kant, Weiß ist der Strand - das sind die Farben von Helgoland!

Helgoland ist anders. Nicht nur, weil du hier mitten auf der Nordsee stehst und plötzlich roter Fels unter deinen Füßen aufragt. Nicht nur, weil der Wind hier ständig spricht. Sondern, weil du auf dieser kleinen Insel das große Gefühl bekommst, wirklich weg zu sein.

Autos gibt’s hier keine. Dafür Basstölpel, die in der Luft schweben, Seehunde, die sich auf der Düne sonnen, und diesen einzigartigen Geruch aus Salz, Tang und Freiheit. Wenn du morgens barfuß über den feinen Sand der ‚Düne‘ läufst oder abends an der „Langen Anna“ stehst und den Sonnenuntergang über der Brandung beobachtest, weißt du: Das hier ist kein Ausflugsziel – das ist ein Gefühl.

Helgoland ist rau. Direkt. Und wunderschön. Wie ein guter Freund, der nichts schönredet, aber immer da ist, wenn du frische Luft brauchst – zum Durchatmen, Aufräumen, Auftanken.

Anreise - Schon die Fahrt ist ein Erlebnis

Für viele beginnt das Abenteuer Helgoland früh morgens an den Landungsbrücken in Hamburg oder von Cuxhaven, Büsum oder Wilhelmshaven aus. Denn: schon die Fahrt nach Helgoland ist ein Erlebnis! Ob mit der ‚Halunder Jet‘, einem Katamaran -und der schnellsten Verbindung über See-  oder ganz klassisch mit mit dem Seebäderschiff, z. B. der M. S. Helgoland von Cuxhaven – da wird schon der Weg zum Ziel! Aber Achtung: Auf dem Wasser schaukelt es manchmal ganz schön, da kann die Anfahrt dann wirklich schnell zum Abenteuer werden! Es lohnt sich also, vorher einen Blick auf den Wind- und Wetterbericht zu werfen.
Wer es eiliger hat, der kann Helgoland das ganze Jahr über mit dem Flugzeug erreichen.

Tagestrip oder Übernachtung?

Tagesgäste haben etwa vier bis sechs Stunden Zeit auf der Insel. Genug für einen Spaziergang auf dem Klippenrundweg, den berühmten  zollfreien Einkauf und ein schnelles Fischbrötchen. Auch die Hin- und Rückreise hat seinen gewissen Charme. Einen Tagesausflug nach Helgoland sollte man auf jeden Fall mal gemacht haben. Es ist ideal, wenn du nur wenig Zeit hast, gut für einen ersten Eindruck oder den zollfreien Einkauf und perfekt wird der Tag, wenn das Wetter gut ist!

Übernachtungsgäste erleben ein anderes Helgoland. Wenn die Tagesgäste am späten Nachmittag  plötzlich in Richtung Hafen verschwinden und die Fähren abgelegt haben, kehrt eine fast magische Ruhe auf Helgoland ein. Die Straßen werden leer, die Umgebung wird leiser und das Licht wird weich. Die Insel zeigt sich dann von einer ganz anderen Seite. Wenn du bleibst, kannst du die Natur wirklich erleben, die Vögel und die Seehunde in Ruhe beobachten und vor allem hast du auch die Zeit, dich auf die Badeinsel übersetzen zu lassen. Alleine dafür lohnt sich eine Übernachtung.

Übernachten kann man z. B. in Bungalows oder auf dem Campingplatz auf der Düne, oder auf der Hauptinsel in verschiedenen Pensionen, Hotels, Ferienwohnungen oder in der Jugendherberge. Unterkünfte muss man zeitig buchen.

Helgoland mit Kindern? Unbedingt!

Helgoland ist ein echtes Naturerlebnis – und gerade auch mit Kindern eine Reise wert! Die Insel ist sicher, übersichtlich und steckt voller kleiner Abenteuer. Perfekt für neugierige Kinder und entspannte Eltern. Ob als Tagesausflug oder mit Übernachtung – Helgoland ist ein Ort, an den ihr euch noch lange erinnern werdet.
Das bunte Unterland: Dort warten die berühmten bunten Hummerbuden mit ihren kleinen Läden und Cafés – und eine Menge Möwen. Apropos – da musst du richtig aufpassen, sie sind gierig, sehr frech und versuchen mit allen Mitteln an dein Essen zu kommen! Es hat sich bewährt unter einem Regenschirm zu essen, diese werden z. T. schon an den Buden genau dafür verliehen. Direkt an der Promenade befindet sich auch der Minispielplatz mit Blick aufs Meer. Und natürlich ein Eisladen! Ganz spannend für kleine Piraten: Es gibt ein kleines Maritimes Museum, das alte Schiffsmodelle zeigt. Auch ein Meerwasserschwimmbad mit mehreren Becken im Innen- und Außenbereich,  einem brodelndem Geysir und einem abgetrennten Spielbereich im Gebäude lädt nicht nur bei Schlechtwetterphasen ein.
Das Oberland: Wer Lust hat, steigt über die lange Treppe ins Oberland (und zählt die 184 Stufen). Oben wartet eine tolle Aussicht, der Klippenrandweg, auf dem ihr echte Vogelabenteuer erleben könnt und natürlich die ‚Lange Anna‘.  Kinder staunen oft, wie laut es hier ist: Überall fliegt und ruft es! Manchmal kann man die Vögel auch ganz aus der Nähe beobachten.
Ein Ausflug zur Düne: Ein absolutes Highlight, nicht nur für Kinder! Hier gibt es feinen Sandstrand, glasklares Wasser – und Seehunde und Robben! Hier könnt ihr buddeln, planschen (wenn es warm ist), Muscheln suchen oder picknicken. Mit etwas Abstand kann man die Tiere im Wasser und am Strand beobachten. Für viele Kinder ist das ein unvergesslicher Moment! Tipp: Fernglas mitnehmen – auch zum Beobachten der zahlreichen Vögel.

7 Dinge, die du unbedingt auf Helgoland erleben solltest

1. Inselrundgang auf dem Klippenrandweg
Wer ausreichend Energie hat, nimmt die 184 Treppenstufen ins Oberland – oder fährt bequem mit dem Fahrstuhl. Oben angekommen, wartet ein Naturparadies mit atemberaubenden Ausblicken aufs Meer – und zur Langen Anna, dem berühmten, 47 m hohem Wahrzeichen Helgolands.  Im April / Mai könnt ihr die ersten Küken der Trottellummen und Basstölpel ganz nah erleben, bevor Mitte Juni wieder der spektakuläre Lummensprung startet. Die Küken der Trottellummen stürzen sich dabei von einem Felsen rund 40 m tief ins Wasser!  Basstölpel, Trottellummen und Dreizehenmöwen brüten in den Felsen – ein echtes Spektakel. Vergiss deine Kamera nicht!

2. Zollfrei shoppen
Als einzige deutsche Insel außerhalb der EU-Zollgrenze ist Helgoland ein echtes Shoppingparadies – ganz legal und ganz ohne Mehrwertsteuer. Ob Parfüm, Kosmetik, Spirituosen, Tabak oder Süßwaren: Die Auswahl ist groß und die Preise häufig günstiger als auf dem Festland. Besonders bei Kindern werden die Augen ganz groß, wenn sie die riesigen Verpackungen der bekannten Süßwaren sehen. Selbst wer nur mal gucken wollte, geht selten mit leeren Händen zurück aufs Schiff. Aber zollfrei ist nicht gleich unbegrenzt. Wenn du wieder auf dem Festland bist, gelten Einfuhrregelungen. Erkundige dich vorher danach!

3. Tagesausflug auf die Düne
Ein Muss: Mit der kleinen Fähre rüber zur Düne, der Badeinsel Helgolands. Türkisblaues Wasser, weißer Sandstrand, die einzigartigen roten Feuersteine suchen und mit etwas Glück liegen sogar die Seehunde direkt neben dir im Sand. Oder vielleicht neben deinem Strandkorb? Wer liebt Geocaching? Es gibt dort eine tolle Route! Wer etwas länger bleiben möchte, kann sich dort ein Ferienhäuschen mieten oder auf dem Campingplatz campen.

4. Knieper essen – fast schon Pflichtprogramm
Knieper: So nennen die Helgoländer liebevoll die Scheren vom Taschenkrebs. Und die gibt’s hier fangfrisch und regional direkt aus der Nordsee! Gegessen wird mit den Fingern, geknackt mit einem speziellen Werkzeug. Dazu gibt es Baguette, etwas Salat und Aioli. Ein einfaches Gericht, aber ein unvergessliches, wenn du mit Blick aufs Meer und salziger Brise in der Nase auf Helgoland im Lokal sitzt. Am besten genießt du die Knieper in einem Lokal im Unterland. Besonders in den Restaurants ‚Bunte Kuh‘ und ‚Aquarium Restaurant Helgoland‘ sind die Plätze heiß begehrt. Es lohnt sich  zu reservieren oder früh da zu sein.
Tipp: Nicht erschrecken, du bekommst tatsächlich nur die Scheren serviert, der Rest des Krebses kommt nicht auf den Teller.

5. Historie entdecken
Das Bunkersystem unter der Insel erzählt die dramatische Geschichte Helgolands im Zweiten Weltkrieg. Wer mag, kann eine Führung buchen – spannend und bewegend. Unbedingt zu empfehlen!

6. Sonnenuntergang mit Picknick
Ein Tipp von Herzen: Snacks mitnehmen, hoch aufs Oberland gehen, auf einer Bank Platz nehmen und der Sonne zusehen, wie sie im Meer verschwindet. 

7. Flüssige Wärme mit Geschichte: Der legendäre Helgoländer Eiergrog
Heiß, süß und kräftig – nach dem ersten Schluck weißt du, warum er legendär ist: der Helogländer Eiergrog. Ein Getränk wie ein Handschlag von Opa Nordsee persönlich.
Der Klassiker wird aus Eigelb, Zucker, Wasser und dunklem Rum gemacht – ganz simpel und ehrlich. Auf Helgoland wird er nicht einfach serviert, sondern zelebriert. Er kommt im dickwandigen Glasbecher, an der Oberfläche etwas schaumig, steigt der Duft nach warmen Zucker und ordentlich Seemannsgarn in die Nase. Perfekt nach einem windigen Spaziergang oder einem Tag auf dem Wasser.
Aber Achtung: Ein Glas reicht oft völlig aus – und das ist kein Seemannsgarn! 

Helgoland ist ein klassisches Ziel für Nordseesegler – und ein lohnenswerter Zwischenstopp auf dem Weg nach Cuxhaven, Bremerhaven, oder zu den West- bzw. Ostfriesischen Inseln. Die Ansteuerung ist jederzeit möglich. Bei Nacht oder schlechtem Wetter kann es allerdings sehr sportlich werden und sollte, wenn überhaupt, dann nur von erfahrenen Seglern angesteuert werden. Es ist immer auf die Gezeiten zu achten.

Der Südhafen, ein Bundeshafen, ist für Yachten reserviert. Ihn erreicht man, nachdem man den Vorhafen durchquert hat. Der Hafen ist Tidenunabhängig anzulaufen. Es herrscht dort oft reger Verkehr durch Sport- und Arbeitsschiffe. Auch der Rettungskreuzer ‚Hermann Marwede‘ ist dort beheimatet. Liegeplätze gibt es an Schwimmstegen oder im Päckchen – zur Hochsaison wird es häufig sehr turbulent. Besonders, wenn in den frühen Morgenstunden innenliegende Boote ablegen wollen. 
Liegegeld und Kurtaxe sind beim Hafenmeister zu entrichten, es besteht Meldepflicht. Sanitäranlagen sind vorhanden.
Trinkwasser und Strom sind im Hafen vorhanden, allerdings nicht für jeden Hafenplatz erreichbar.
Der Nordosthafen wird von der Motorboot Sparte des Wasserclub Helgoland bewirtschaftet. Dort stehen, auch für Segelboote, Gastliegeplätze zur Verfügung.  Yachten über 10 m sind dort nicht gerne gesehen, bzw. werden abgewiesen. Eine vorherige Anmeldung ist nicht möglich. Strom und Wasser sind vorhanden. Sanitäre Anlagen gibt es in einem Container.
Nicht vergessen:  Bunkern!
‚Bunkern bei Manni‘ (Manfred Engel) ist unter Seglern und Helgoland-Fans Kult und ein geflügelter Begriff – und das bedeutet nicht nur das Auffüllen des Dieseltanks, sondern das zollfreie Einkaufen von Spirituosen und anderen Genussmitteln bei einem der bekanntesten Händlern der Insel. Es hat einen besonderen Flair und ist mehr ein Erlebnis als ein Einkauf. Falls es etwas mehr wird: Manni bringt dir deinen Einkauf direkt zu deinem Boot. Erkundige dich vorher dringend nach der Freigrenze!

Für Segler:

Fazit

Helgoland beeindruckt mit seiner einzigartigen Atmosphäre und Natur. Ein Tagesausflug ermöglicht einen kurzen Einblick und ist auf jeden Fall zu empfehlen, wenn man nur begrenzt Zeit hat, oder einen besonderen Tag erleben möchte. Für alle, die Helgoland wirklich kennenlernen wollen, kann man nur empfehlen, sich für ein, zwei Nächte eine Übernachtungsmöglichkeit zu suchen. So kann man die Insel abseits des Trubels in ihrer ganzen Ruhe und Schönheit erleben und die besondere Stimmung auf sich wirken lassen.
Und an die Segler: Nach Helgoland muss man mal gesegelt sein – da führt kein Weg dran vorbei!

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